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Aus der Rede von Gabriele
Thöne
, Vorstandsmitglied von Zoo und Tierpark Berlin
anläßlich 20 Jahre Galerie.
In nunmehr
129 Ausstellungen mit 216 Künstlern und Künstlerinnen hat
Jürgen Oswald versucht,
der Sichtbarmachung einen Ort zu geben. Er erinnert mich dabei an Oscar
Wilde: „Die
Kunst darf nie populär sein wollen. Das Publikum muss
künstlerischer werden“.
Und, lieber Jürgen und liebe Künstler und Künstlerinnen:
das hat er mit vielen
von uns geschafft, die wir nun schon 20 Jahre dabei sein dürfen
bei diesem
Wirken.
20 Jahre:
das ist noch in vielen Kulturen eine Nettoreproduktionsziffer:
nämlich eine
Generation! Mal alle wunderbaren ost-westlichen Gedenktage mit der
gleichen
Zahl beiseite: Viele hoffnungsfrohe kleine aber auch Hochglanz-Galerien
sind in
dieser Zeit wie Kometen gekommen und sodann in schwarze Löcher
verschwunden vor
lauter Energie…
Wir
hingegen
durften in diesem Zeitraum nicht nur phantastische Bilder und
Skulpturen sehen,
sondern auch die Entwicklung künstlerischen Wirkens. Zahlreiche
Künstler gewissermaßen
der ersten Stunde sind auch heute und bei der Ausstellung im April
dabei, viele
dazugekommen oder werden dies noch tun. 20 Jahre im Leben und Wirken
eines
Künstlers: wo er an jedem Tag, in jeder Minute doch Dinge sieht,
die er
sichtbar machen muss: das ist eine kleine Ewigkeit.
Da sich
Künstler selbst mit jedem neuen Gedanken wie Troja neu errichten,
einen neuen
Aspekt ihrer Sicht hinzufügen, quasi wie Geburtshelfer herausheben
aus dem
Dunkel, da Betrachter des Herausgehobenem ebenfalls stets neuen
Einflüssen
ausgesetzt sind, haben wir einen Dialog vieler Welten und Wahrheiten
begonnen,
der nicht versiegt, der Spuren hinterlässt auf beiden Seiten der
Hemisphäre
Deines Planeten, lieber Jürgen: bei den Kunstschaffenden und bei
uns, den
Betrachtern, den Kunstliebhabern.
So,
wie auch
heute, wo es unter dem Oberbegriff 20 Jahre Galerie Am Neuen Palais:
„Podium
für zeitgenössischen Realismus“ um Malerei und
Grafik geht ....
Was
Sie auch
immer in diesen Spiegeln des Realismus sehen mögen, meine Damen
und Herren: keine
Farbe, bunte Farben, die Wahrheit des Künstlers, des Galeristen,
Ihre Wahrheit,
die wahre Wahrheit, eine Skizze derselben…: saugen Sie es in sich ein,
denn
hinter jedem Spiegel steht nicht die Antwort, sondern der infinite
Prozess der
Fragen. Jürgen Oswald öffnete uns den Raum, der Würde –
nicht Chromes-Kälte!- durch
die Ausstrahlung des heute so seltenen Gutes der Authentizität
erhält: wer
diesen Raum einmal betreten hat, dem sind Absolutismen und Antworten,
die ohnehin
zumeist vergänglich sind, nicht mehr wirklich wichtig, denn er ist
neugierig
auf die Fragen und damit auf das Leben in all seinen Facetten.
Jürgen
Oswald sagt, er sei in den letzten 20 Jahren gelassener geworden, wir
sicher
auch, aber die Neugier hat uns keiner genommen, die ist da wie am
ersten Tag.
Und schließlich: mit Peter Ustinov gesprochen:“Jetzt sind die
guten alten
Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen“. Aber was
sind schon 10
Jahre, wenn sie so schnell dahinfliegen wie die vorangegangenen 20!
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